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Chiharu
Shiota

Chiharu Shiota (*1972, Osaka) studierte bei Marina Abramovic und Rebecca Horn und lebt seit 1999 in Berlin. Ihre Arbeit wurden in wichtigen Ausstellungen, Museen und Biennalen weltweit gezeigt, darunter Neue Nationalgalerie Berlin, National Museum of Modern Art Tokio, P.S.1/MoMA New York sowie den Biennalen Kwangyu, Yokohama, Lyon, und Fukuoka. 2008 wurde sie mit dem höchst dotierten Preis der Agency for Cultural Affairs Japan ausgezeichnet. Schon 2002 war sie Stipendiatin der Akademie Solitude und 2004 des Berliner Senats.fotos: max merz

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Unter die Haut und nicht mehr aus dem Kopf

Die Kraft und Energie der Installationen Chiharu Shiotas faszinieren und beunruhigen den Betrachter zugleich. In ihren Werken scheinen sich Ängste, Alpträume zu verdichten. Ebenso ist es allerdings die Poesie, die ästhetische Anziehungskraft ihrer Arbeiten, die den Betrachter fesseln.
In früheren Installationen hat sich Shiota mit schwarzen Wollfäden eingesponnen wie in einen Kokon. Sie hat in Ausstellungen geschlafen, gefangen in diesen Gespinsten, die zwischen einem Bett und den Wänden ein undurchdringbares Dickicht bildeten. Die flirrenden Raumzeichnungen aus schwarzen Linien wirkten bedrohlich und tröstlich zugleich. Sie boten Schutz und schienen doch gefangen zu halten, abzuriegeln. Sie bildeten aber auch labyrinthische Strukturen, die an jedem Punkt neue Entscheidungen verlangten und als Metaphern für eine Technologie gelten können, die unsere Gegenwart prägt: elektronische Netze, neuronale Bahnen, Beziehungsgeflechte, Netzwerke usf.
Chiharu Shiotas Objekte und Installation sind sublime Kompositionen, die auf ungewöhnlich intensive Weise zu berühren vermögen. Die Künstlerin bietet uns weit mehr als lediglich erstaunliche Ansichten, originelle Bilder und Skulpturen - also Räume und Objekte, die uns gefallen können oder nicht. Sie will und sie schafft mehr: Ihre Arbeiten - in ihrer Mehrdeutigkeit und Widersprüchlichkeit - irritieren den Betrachter und beschäftigen ihn nachhaltig.Im „Haus der Vorstellung" ist Shiota mit zwei Installationen vertreten: Die von ihr gestaltete Wohnung erweist sich als Faden-Geflecht, in dem der Besucher sich ebenso eingeschlossen, abgeschnitten wie geborgen, behütet fühlen kann. Für die Fassade hat Chiharu Shiota eine weitere Fadeninstallation komponiert: Zum ersten Mal realisierte Chiharu hier ein Kunst-am-Bau-Projekt, wobei sie Motive aus ihrer Werkgruppe „Dialogue from DNA" aufgreift.

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